Von Kopf und Herz.
by missgoldmund
mein tiger schläft nebenan in meinem riesiegen bett. und die wohnung ist immer noch leer. meine mitbewohner sind noch nicht zurückgekehrt nach den ferien. und die einsamkeit, die ich fühle wenn ich alleine hier rumsitzte ist maßlos.
gestern hatte ich zwei rückfälle. und es war eine der schlimmsten stufen, die es bei meinen rückfällen so gibt. und auch heute fühle ich mich nicht so richtig gut, nicht wohl in mir. das kann man aber auch nicht verlangen, wenn man sich am vortag zweimal übergibt.
aber ich habe meinen tiger angerufen. ich habe ihn um hilfe gebeten. er ist gekommen. ich kann das noch nicht so mit den um hilfe bitten. ich fühle mich immer als das problem. aber ich habe ein problem, das ist was ganz was anderes. ich habe es mir sicher nicht ausgesucht. tiger hat mit mir ein ernstes wort gesprochen. ich sei in ordnung, so wie ich bin. ich brauch nichts groß ändern. er hasst meine krankheit nur weil es mir dabei schlecht geht. und weil er mich liebt. und er mir nur alles gute der welt wünschen würde. er war wütend, nicht auf mich, sondern auf diese situation, die für mich zurzeit recht schmerzhaft ist. ich weiss nicht was mit mir los ist, aber etwas wird da gerade geboren. etwas wächst da gerade in mir. und es ist noch kein baby. es schmerzt doch in meinem herzen, ganz drin, weiss ich, dass ich da durch muss, dass ausweichen keinen sinn machen würde, dass ich es am ende schaffen werde glücklich, ganz und gesund zu sein. denn das ist mein ziel. mich irgendwie wieder zu finden, wieder in meinem körper zu passen, mich wieder fühlen.
und ich glaube auch diesen zwiespalt gilt es zu heilen: es ist als würde mein strenger und engstirniger kopf mit meinem rebellischen herzen in einem körper zusammenleben. das eine hüpft vor lauter übermut wie verrückt herum, und der kopf der versucht es einzufangen, zu erschlagen, stillzuhalten. aber ich will glauben, dass sie sich irgendwann auf halbweg finden werden, dass sie sich irgendwann gut leiden lernen werden.
